von Judith Weidermann

Für ein sicheres Arbeiten auf der Straße

(jw) In der Beratungsstelle für Prostituierte im Diakonischen Werk Karlsruhe, Luis.e, konnte Anfang 2018 ein Projekt erfolgreich abgeschlossen werden, mit dessen Hilfe sich Sexarbeiter/-innen künftig besser gegen Gewalt wappnen können.  

„Bei unserer aufsuchenden Arbeit berichten uns Frauen immer wieder von Gewalterfahrungen“, so Hanna Lindenfelser von Luis.e. „Die Übergriffe reichen von erniedrigenden Beleidigungen über Diebstahl bis hin zu Körperverletzung.“ Viele verzichteten auf eine Anzeige, z.B. weil sie kein oder wenig Deutsch sprechen, aus Scham – oder weil das Vertrauen in unser System fehle.

Im Rahmen des Projekts haben die Sozialarbeiterinnen gemeinsam mit Frauen, die auf der Straße arbeiten und bereits Schutz-Strategien für sich selbst entwickelt haben, einen Flyer mit einfachen und effizienten Tipps erarbeitet. Dieser wurde neben Deutsch in vier weitere Sprachen (Bulgarisch, Ungarisch, Türkisch und Englisch)  übersetzt und in handlichem Format und auf stabilem Material produziert. „Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass Sexarbeiterinnen ungern an Gruppen-Veranstaltungen wie Infoabende oder Workshops in der Beratungsstelle teilnehmen“, erklärt Hanna Lindenfelser. Der Flyer dagegen sei wie eine Art Ratgeber unter Kollegen/-innen und werde gerne angenommen.     

Finanziert wurde das Projekt durch die Stiftung der Evangelischen Frauen in Baden  „GRATIA“. „Die Stiftung fördert Projekte für Mädchen und Frauen innerhalb der badischen Landeskirche und ihrer Partnerkirchen weltweit“, erklärt GRATIA-Geschäftsführerin Anke Ruth-Klumbies. „Gerne unterstützt GRATIA die Beratungsstelle Luis.e und setzt sich dadurch für die Stärkung der Selbstbestimmungsrechte von Menschen in der Prostitution ein – indem Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit verbessert werden“, so Inge Bayer von den Evangelischen Frauen in Baden.

Der Flyer wird durch die Sozialarbeiterinnen persönlich an Sexarbeiter/-innen verteilt – im Rahmen der aufsuchenden Arbeit sowie vor Ort in der Beratungsstelle.

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

Wo Kirche zur Heimat wird

Die 5. Karlsruher Vesperkirche ist Anfang Februar zu Ende gegangen. Gemeinsam mit dem Team aus insgesamt 380 Ehrenamtlichen (davon jeden Tag 55 vor Ort) war Pfarrerin Lara Pflaumbaum (im Bild mit dem Ehrenamtlichen Dieter Eger) vier Wochen lang täglich im Einsatz.

Wodurch hat sich die 5. Vesperkirche von denen der Vorjahre unterschieden?
Lara Pflaumbaum
: Tendenziell war der Andrang ein wenig höher, was erstaunlich ist, da wir für Januar ja sehr milde Temperaturen hatten. Sonst war die Kirche nur bei Minusgraden so voll. An manchen Tagen mussten wir diesmal tatsächlich mit Platzanweisungen arbeiten, vor allem sonntags. 

Was könnten die Gründe dafür sein?
Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass hier immer Anfang Januar die Vesperkirche startet. Inzwischen haben wir praktisch schon eine feste „Vesperkirchen-Gemeinde“. Die Lebensgeschichten vieler Stammgäste begleiten uns seit Jahren.

Hat sich noch etwas verändert?
Ich habe beobachtet, dass die Dankbarkeit bei unseren Gästen zugenommen hat, bzw., dass es ihnen inzwischen leichter fällt, das auch auszudrücken und mit uns Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen. Vorhandene Barrieren fallen allmählich, und das Vertrauen nimmt zu. Ein Beispiel: Einer der Gäste war immer unnahbar, ja direkt abweisend und schroff. In diesem Jahr hat er zum ersten Mal geredet und sich anderen gegenüber geöffnet.

Wie wird Vesperkirche in der Öffentlichkeit wahrgenommen?
Vor fünf Jahren wurde sie von den meisten als ein interessantes – aber auch einmaliges Projekt angesehen, ein Experiment. Gerade in der Südstadt war die Vesperkirche nicht unumstritten. Inzwischen ist sie voll akzeptiert und gehört quasi zum Stadtteil dazu. Es ist klar geworden, dass Vesperkirche nicht punktuelle Armutsbekämpfung ist, sondern ein Stückweit Bewusstseinsbildung: Unterschiedliche Menschen treffen hier aufeinander, sehen, wie die jeweils anderen leben, und achten einander. Das ist auch von politischer Bedeutung. Wir machen hier mittlerweile immer mehr Quartiersarbeit – gerade auch durch das Café DIA.

Welche Rolle spielt hierbei, dass der Ort, wo alles stattfindet, eine Kirche ist?
Für unsere Gäste ist das sogar sehr wichtig! Die größten Haudegen werden hier still und achten auf Ruhe und angemessenes Benehmen im Kirchenraum – bei sich selbst, und auch bei den anderen.
In diesem Jahr haben auffallend viele Gäste an den Andachten zum Tagesabschluss teilgenommen, das war wirklich bemerkenswert.

Was bedeutet Ihnen das persönlich?
Es ist natürlich erstmal ein tolles Gefühl zu merken, da kommt was bei den Leuten an!
Die meisten Menschen, die in die Vesperkirche kommen, gehören zu einer Gruppe der Gesellschaft, die unsere Kirche leider viel zu wenig im Blick hat. Ich finde, es ist eine wichtige, wenn nicht gar eine unserer Kernaufgaben als Kirche, gerade diese Leute zu erreichen. Ich betrachte es als geistliche Herausforderung herauszufinden, was sie von uns brauchen; und ich betrachte es als geistlichen Auftrag von Vesperkirche, Kirche zu einem Ort zu machen, wo Menschen ein Stück Heimat finden können. Gerade jene, die ansonsten eher haltlos und verloren sind.

Gibt es deshalb auch das Café DIA?
Im Prinzip – ja. Das Café DIA ist eine Weiterführung der Vesperkirche auf einer anderen Ebene. Hier sind die Gäste noch viel stärker aktiv ins Geschehen eingebunden und beteiligen sich selbst. Es wird deshalb auch in diesem Jahr wieder Angebote wie Fahrradworkshops und gemeinsame Mal-Projekte geben. Weil für viele Gäste ihr Hund oder ihre Katze so wichtig ist, überlegen wir auch ein Angebot, bei dem mit Tieren gearbeitet wird.    

Die Fragen stellte Judith Weidermann

 

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

Spende schenkt Kindern Hoffnung

Seit vielen Jahren ruft Radio Regenbogen in der Vorweihnachtszeit seine Hörer zum 24-Stunden-Spendenmarathon auf. In dieser Zeitspanne sitzen Promis zusammen mit den Moderatoren- und Aufnahme-Teams an der kostenlosen Spendenhotline. Ende vergangenen Jahres kamen im Rahmen der Charity Aktion 400.000 Euro zusammen: Firmen und Einzelpersonen haben dazu einen großen Beitrag geleistet, aber auch Eltern und Schulen sowie Kinder, die ihr Taschengeld gespendet haben. Die Spendensumme wird Familien zugute kommen, die Hilfe benötigen, sowie Hilfs-Einrichtungen und -Organisationen für Kinder und Jugendliche.

Zu den diesjährigen Spendenempfängern gehört u.a. das Projekt „Ein Herz für krebskranke Kinder“ der Evangelischen Kirche in Karlsruhe, welches mit 20.000 Euro unterstützt wird. Damit kann bis zum Jahr 2021 das Seelsorge-Angebot für krebskranke Kinder im Städtischen Klinikum gesichert werden. Für die Kinder und ihre Familien steht rund um die Uhr eine Klinikversorgung zur Verfügung. Zuhören, Mut machen, Hoffnung schenken, mitweinen und gemeinsam lachen – all das gehört zu einer ganzheitlichen Seelsorge, die dank der Aktion „Kinder unterm Regenbogen“ weiterhin möglich ist.

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

Spende aus dem "Sparschwein"

(jw) Auch nach ihrem offiziellen Abschluss wird die Karlsruher Vesperkirche weiterhin mit Spenden bedacht: Beim gemeinsamen Dankeschön-Abend mit und für alle 380 ehrenamtlich Mitarbeitenden am 7. Februar sorgte das Ensemble des Mundart-Theaters „Wedderschbacher Kug’lbiere-Biehn“ nicht nur für Unterhaltung. Der 1. Vorsitzende des Laientheater-Fördervereins Uwe Lauinger überbrachte außerdem die Summe von 4.935 Euro als Spende für die Vesperkirche. Das Besondere: Der Betrag war im Laufe der vergangenen Theatersaison in Form von Kleingeld zusammengekommen, das an den Aufführungsterminen in einer zu diesem Zweck aufgestellten Spendenflasche gesammelt worden war.

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

Migranten/-innen in den Arbeitsmarkt integrieren

Das neue EU-Projekt zur Förderung der Integration von Migranten und Migrantinnen in den Arbeitsmarkt (MIGRASCOPE) ist im Januar 2017 angelaufen. Als Projektpartner in Deutschland wird das Zentrum für Kultur- und Allgemeinwissenschaften des Karlsruher Instituts für Technologie (ZAK) zusammen mit dem Diakonischen Werk Karlsruhe, unter wissenschaftlicher Leitung von Frau Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha,  zur Schaffung der europaweiten Stiftungen beitragen, um den Eintritt von Migranten und Migrantinnen in die Arbeitswelt bis Ende 2018 zu erleichtern.
 
Der MIGRASCOPE unter der Leitung des Instituts für Baltische Studien (IBS) in Estland hat sich zum Ziel gesetzt, Migranten/-innen und Arbeitgeber/-innen bei aktuellen Herausforderungen zu unterstützen. Das Projekt zielt darauf ab, transnationalen Arbeitgebern zu helfen, neue Praktiken der Arbeitsplatzintegration einzuführen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau von Kapazitäten, Kenntnissen und Fähigkeiten.
Am 27. und 28. Februar finden in Karlsruhe kostenlose Workshop-Seminare für Arbeitgeber statt:
Infos&Einladung 27. Februar

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

„Das hier ist eine ganz tolle Sache!“

(jw) Mit einer Summe von 5.000 Euro unterstützt die Volksbank Karlsruhe-Stiftung die Arbeit in der Karlsruher Vesperkirche – inzwischen bereits zum 4. Mal. Stefan Spohrer und Karl-Peter Niebel vom Stiftungsvorstand übergaben den symbolischen Scheck am 24. Januar an Dieter Eger (Projektleitung Vesperkirche) und Pfarrer Wolfgang Stoll (Direktor Diakonisches Werk Karlsruhe).

Gemäß ihrem Stiftungszweck setzt die Volksbank Karlsruhe-Stiftung u.a. auf die Förderung regionaler Projekte und Einrichtungen sowie von Orten ehrenamtlichen Engagements. Für beides stehe die Vesperkirche, sagte Stefan Spohrer mit Blick auf die insgesamt rund 380 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, von denen täglich 55 im Einsatz sind.

Wolfgang Stoll betonte, dass die verlässliche Unterstützung von Förderern wie der Volksbank-Stiftung maßgeblich dazu beitrage, Groß-Projekte wie die Vesperkirche auf eine gute und sichere Basis zu stellen.

Foto (jw): v.l. Dieter Eger, Stefan Spohrer und Karl-Peter Niebel sowie Wolfgang Stoll bei der Scheckübergabe in der gut besuchten Vesperkirche.

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

INIT-Mitarbeitende spenden Kinderbücher

(jw) Neben der traditionellen INIT-Weihnachtsspende hatten sich Ende vergangenen Jahres auch die Mitarbeitenden der Firma INIT eine besondere Spendenaktion überlegt: Den ganzen Dezember über sammelten sie in ihren Familien Kinder- und Jugendbücher für das Diakonische Werk Karlsruhe: insgesamt 226 Bücher – vom Wimmelbuch bis zum Fantasyroman, dazu Spiele und ein Lernprogramm für den PC. Andreas Mörder, Geschäftsführer der INIT GmbH, übergab die Bücherspende am 24. Januar an Fundraiserin Jelena Kuhar Papesa vom Diakonischen Werk Karlsruhe (Foto: jw).

Über die Spende freuen sich im Diakonischen Werk gleich mehrere Beratungsstellen und Einrichtungen für Familien mit Kindern: Die Bücher für ältere Kinder und Jugendliche werden künftig die Schlechtwetter-Leseecke bei den Sommerwaldheim-Freizeiten bereichern; die Lernspiele und Kleinkind-Bücher sind in der Familienberatung (Wartebereich), in den Elterncafés und im Fachteam Frühe Kindheit willkommen – zum Vor Ort-Lesen und -Erzählen, oder auch als kleine Geschenke für die Kinder bedürftiger Klienten/-innen.

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

Jetzt fürs Sommerwaldheim anmelden

(jw) Sechseinhalb Wochen dauern die Sommerferien – Mama und Papa haben aber nicht so lange Urlaub? Immer nur zu Hause sein ist langweilig – aber verreisen zu teuer? In den ersten drei Wochen der Großen Ferien (30. Juli bis 17. August) bietet das Diakonische Werk Karlsruhe im Gustav-Jacob-Waldzentrum im Hardtwald (Linkenheimer Allee 10, 76133 Karlsruhe) wieder ein aktives und abwechslungsreiches Freizeitprogramm unter pädagogischer Leitung für Kinder von sechs bis zwölf Jahren an. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

In diesem Jahr finden die Freizeiten erstmals in Kooperation mit dem Evangelischen Jugendwerk Karlsruhe statt. Von Montag bis Freitag, 8–17 Uhr wird soviel wie möglich im Freien gespielt und entdeckt, ergänzend gibt es Sport-, Bastel- und Malprojekte sowie gemeinsames Frühstück und Mittagessen. Auf Wunsch werden die Kinder von den Betreuern an der öffentlichen Bushaltestelle und am Parkplatz abgeholt. Die Waldheim-Freizeiten stehen Kindern aller Konfessionen offen.

Infos und Anmeldeformulare: Galina Becker, Telefon 0721 167-149, waldheim@dw-karlsruhe.de

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

Ein Fußballtrikot hilft der Vesperkirche

(jw) Die Karlsruher Vesperkirche ist – inzwischen bereits im fünften Jahr – seit 7. Januar wieder in vollem Gange. Ohne Spenden und ehrenamtliche Unterstützung wäre das Großeprojekt nicht realisierbar.

Die Monsignore Friedrich Ohlhäuser-Stiftung hat daher ihr Crazy Palace Charity Dinner im vergangenen Dezember zu einer Versteigerungsaktion zugunsten der Karlsruher Vesperkirche genutzt. Zum Verkauf stand das Originaltrikot, das Fußballer Toni Kroos beim Champions League Final 2016 in Mailand getragen hat. Dieses Stück Fußballgeschichte wollten Viele gerne besitzen, den Zuschlag erhielt schließlich Stefan Gredler (Gredler + Söhne GmbH in Karlsdorf-Neuthard) für 2.100 Euro.Die Monsignore Friedrich Ohlhäuser-Stiftung stockte den Betrag auf 3.000 Euro auf.

Den Spendenscheck übergab Stiftungs-Vorstand Rüdiger Esslinger heute in der Vesperkirche an Pfarrerin Lara Pflaumbaum und Dieter Eger (Projektleitung Vesperkirche) und betonte: „Die Karlsruher Vesperkirche ist genau wie unsere Stiftung eine Adresse, an die sich Menschen wenden können, denen es am Notwendigsten fehlt. Solche Orte der unbürokratischen und pragmatischen Hilfe, die nicht nur materielle Not lindern, sondern auch Zuwendung und Hoffnung geben, leisten einen ungemein wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

Die Spende wird u.a. einem ganz konkreten Zweck zugutekommen: „Schon seit Längerem möchten wir gern eine professionelle Brotschneidemaschine anschaffen, um unseren Ehrenamtlichen, die jeden Tag etwa 30 Kilogramm Brot für die kostenlosen Vesperbeutel schneiden und belegen, die Arbeit ein bisschen zu erleichtern“, berichtete Dieter Eger mit Dank an die Stiftung – und an den entscheidenden Bieter Stefan Gredler.

Foto (jw): v.l. Dieter Eger, Stefan Gredler (Gredler + Söhne GmbH), Rüdiger Esslinger (Vorstand Ohlhäuser-Stiftung), Lara Pflaumbaum und Gudrun Troes (Vorstand Ohlhäuser-Stiftung) bei der Scheckübergabe im Altarraum der Vesperkirche

Weiterlesen …

von Judith Weidermann

„Ich will dem Durstigen geben …“

(jw) Zum fünften Mal hat am Sonntag, 7. Januar, die Zeit der Karlsruher Vesperkirche am Werderplatz begonnen. Vier Wochen lang kann Jeder und Jede dort kostenlos Kaffee und Kuchen genießen, für einen Euro ein warmes Mittagessen erhalten – oder sich einfach nur aufwärmen und mit den übrigen Gästen und Helfern/-innen ins Gespräch kommen.

Im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes führte Schuldekan Pfarrer Thomas Schwarz die Gemeindediakonin Daniela Unmüßig als neue Bezirksjugendreferentin in Karlsruhe in ihr Amt ein. Der Gebärdenchor um Prädikant Stefan Heidland sowie der Gospelchor „The Good News Family“ sorgten für fröhliche Stimmung und ein buntes Gottesdienstprogramm, dessen Abschluss die offizielle Eröffnung der 5. Vesperkirche durch ihren Schirmherrn, Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, bildete.

Dass fünf „erfolgreiche“ Jahre Vesperkirche aber nicht nur Anlass zu purer Freude, sondern auch zum Nachdenken geben, stellte Pfarrer Wolfgang Stoll (Direktor Diakonisches Werk Karlsruhe) zuvor in seiner Ansprache fest: Es sei traurig, dass trotz sprudelnder Steuereinnahmen die Anzahl wohnungsloser Menschen weiter steige. Vor diesem Hintergurnd sei die Vesperkirche von großer Bedeutung. Durch sie werde vier Wochen lang Armut sichtbar – aber auch, dass die evanglische Kirche und ihre Diakonie mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe etwas dagegen tun.

Pfarrerin Lara Pflaumbaum dankte vor allem den über 380 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, welche den Vesperkirchen-Betrieb durch ihren täglichen Einsatz am Laufen halten: „Es sind einige dabei, die selbst nicht viel haben und die genau wissen, wie gut es tut, für wenig Geld etwas zu bekommen.“ Analog zur Jahreslosung für 2018 – Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offb 21,6 – sei auch die Vesperkirche „ein Vorgeschmack darauf, dass unser aller, wie auch immer gearteter Lebensdurst irgendwann gestillt wird durch Gott selbst“.

 

Hintergrund

Die Karlsruher Vesperkirche ist ein Kooperationsprojekt des Diakonischen Werks Karlsruhe, der Evangelischen Kirche in Karlsruhe und der Johannis-Paulus-Gemeinde. Sie finanziert sich überwiegend durch Spenden und kann nur mit Hilfe ehrenamtlichen Engagements realisiert werden.

Jeweils vier Wochen lang im Winter erhalten in der Johanniskirche am Werderplatz Bedürftige für 1 Euro ein warmes Mittagessen; gratis sind Kaffee und Kuchen sowie ein Vesperbeutel zum Mitnehmen. Regelmäßig gibt es vor Ort kostenlose Arzt- und Tierarztsprechstunden, Sozialberatung und Friseur, Kinderprogramm und Seelsorge. Von über 380 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sind jeweils 55 täglich im Einsatz und servieren bis zum Ende einer Vesperkirche insgesamt rund 7.500 Mahlzeiten. Jeder Vesperkirchentag endet um 16 Uhr nach der Andacht.

Die Karlsruher Vesperkirche 2018 dauert von 7. Januar bis 4. Februar.

Infos
www.vesperkirche-karlsruhe.de
Spendenkonto: Karlsruher Vesperkirche • Spk Karlsruhe Ettlingen •  BIC: KARSDE66XXX • IBAN: DE56660501010108179672

Weiterlesen …